Grundlagen der Heizlastberechnung
Was ist eine Heizlastberechnung?
Die Heizlastberechnung ermittelt die maximale Wärmeleistung in Kilowatt, die ein Gebäude bei der örtlichen Norm-Außentemperatur braucht, um die vereinbarten Raumtemperaturen zu halten. Sie ist die Grundlage für die Auslegung von Heizkessel, Wärmepumpe, Heizkörpern und Flächenheizungen — ausführlich hier.
Welche Norm gilt in Deutschland?
DIN EN 12831-1 (Ausgabe 2017) plus Nationaler Anhang DIN/TS 12831-1 (Ausgabe 2020) und Beiblatt 1:2008 (Norm-Außentemperaturen). Alte Normen wie DIN 4701 sollten nicht mehr verwendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und B?
Verfahren A und B sind die beiden Nachweisverfahren des hydraulischen Abgleichs (VdZ-Formulare) — keine Rechenverfahren der Heizlastnorm. Verfahren A: überschlägig nach Wohnfläche und Bestand. Verfahren B: auf Basis einer raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 mit Volumenströmen je Heizfläche und dokumentierter Ventil-Voreinstellung. Für die BEG-Förderung einer Wärmepumpe ist Verfahren B vorgeschrieben. Wärmefinder liefert dafür die raumweise Heizlast und die Volumenströme; die Ventil-Voreinstellung trägt der Fachbetrieb ein.
Wer darf eine Heizlastberechnung machen?
Grundsätzlich jeder. Für die BAFA-Förderung muss sie von einem Fachbetrieb, Energieberater oder einer entsprechenden Software erstellt und unterschrieben sein.
Was kostet eine Heizlastberechnung?
Klassisch beim Energieberater 300–600 € pro Einfamilienhaus. Mit Wärmefinder in der Aufbauphase 2026 kostenlos, danach Free-Plan + Pro-Pläne für Handwerker (siehe Frage „Ist Wärmefinder wirklich kostenlos?").
Was ist die spezifische Heizlast in W/m²?
Sie gibt die Heizlast pro Quadratmeter Wohnfläche an. Bandbreite nach der Baualter-Tabelle: unmodernisierter Altbau 120–180 W/m² je nach Baujahr, sanierter Bestand 55–100 W/m², EnEV/GEG-Neubau 25–55 W/m², Passivhaus unter 15 W/m². Nur zur Plausibilitäts-Prüfung — für die Auslegung braucht es die raumweise Rechnung.
Wärmepumpen-Auslegung
Wie berechnet man die richtige Wärmepumpen-Größe?
Erst Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1. Aus der Heizlast, dem Warmwasserbedarf, dem Bivalenzpunkt und dem EVU-Sperrfaktor ergibt sich die WP-Nennleistung nach VDI 4645. Wärmefinder rechnet den ganzen Weg — ausführlich hier.
Wieviel kW Wärmepumpe brauche ich für 150 qm?
Baualter-abhängig, gerechnet mit der Baualter-Tabelle: unsanierter Altbau 1949–1977 (120–150 W/m²) rund 20 kW, derselbe Bau vollsaniert (55–75 W/m²) rund 10 kW, GEG-Neubau ab 2021 (25–35 W/m²) rund 5 kW. Wohnfläche allein reicht nicht — Dämmzustand, PLZ (Norm-Außentemperatur) und Warmwasserbedarf ändern die Größe erheblich.
Was ist der Bivalenzpunkt?
Die Außentemperatur, bei der die Wärmepumpe die Heizlast des Gebäudes gerade noch alleine deckt. Darunter springt der elektrische Heizstab an. Typisch -2 bis -7 °C — ausführlich hier.
Was ist der Unterschied zwischen COP, SCOP und JAZ?
COP: momentanes Verhältnis Wärme/Strom bei einem Betriebspunkt. SCOP: Herstellerwert unter genormten Testbedingungen. JAZ: reale Jahresarbeit am konkreten Standort. JAZ liegt typisch 10–20 % unter dem SCOP — Bin-Methode erklärt.
Was heißt monoenergetisch, bivalent-parallel, bivalent-alternativ?
Monoenergetisch: WP + elektrischer Heizstab (häufigste Bauart). Bivalent-parallel: WP + zweiter Erzeuger (z.B. Gaskessel) parallel. Bivalent-alternativ: unter dem Bivalenzpunkt übernimmt der Zweit-Erzeuger komplett, WP schaltet ab.
Ist eine überdimensionierte Wärmepumpe schlecht?
Ja. Zu große WPs takten häufiger, verschleißen schneller, haben niedrigere JAZ und höhere Investitionskosten. Regel: die WP sollte am Bivalenzpunkt ihre Nennleistung erreichen — nicht früher.
BAFA-Förderung
Wie hoch ist die BAFA-Förderung für Wärmepumpen 2026?
Für Wärmepumpen im Wohnbestand ist seit 01.01.2024 die KfW zuständig (Programm 458), nicht die BAFA. Nach der Reform vom 21.07.2026: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus + bis 40 % Einkommensbonus, gedeckelt auf 70 % (80 % in EBB-Stufe 1). Förderfähige Höchstkosten 28.000 € für die erste Wohneinheit. Der frühere Effizienzbonus wurde gestrichen — Details hier.
Ab wann sinkt die Basisförderung?
Ab 01.01.2027 halbiert sich die Basis von 30 % auf 15 %. Wer noch 2026 den Antrag stellt und bis Ende 2027 in Betrieb nimmt, sichert die 30 %.
Welche Einkommensgrenzen gelten für den Einkommensbonus?
Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen NACH dem Kinder-Abschlag: bis 30.000 € → 40 % (Stufe 1, hebt den Deckel auf 80 %), 30.001–40.000 € → 30 %, 40.001–50.000 € → 10 %, darüber 0 %. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, werden einmalig 10.000 € abgezogen — nicht je Kind.
Wie beantrage ich die BAFA-Förderung?
1) Angebot vom Fachbetrieb einholen. 2) BzA-Nummer vom Fachbetrieb erhalten. 3) BAFA-Antrag online stellen (bafa.de). 4) Zuwendungsbescheid abwarten. 5) Anlage einbauen. 6) Verwendungsnachweis inkl. VdZ-Formular einreichen. 7) Auszahlung. Dauer: 3–9 Monate.
Welches ist der häufigste BAFA-Fehler?
Der Vertrag mit dem Handwerker wird unterschrieben BEVOR der Zuwendungsbescheid da ist. Das kann die Förderung komplett kosten — der Vertrag muss aufschiebend bedingt oder erst nach Bewilligung geschlossen werden.
Hydraulischer Abgleich & VdZ-Formular
Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?
Ja bei jeder BAFA-Förderung im Rahmen der BEG-EM. Zusätzlich für Mehrfamilienhäuser über 10 Wohneinheiten (EnSimiMaV 2022) und bei jedem WP-Neueinbau nach VDI 4645 — ausführlich hier.
Was ist das VdZ-Formular?
Ein zwischen VdZ, den ausführenden Verbänden (ZVSHK) und dem BAFA abgestimmtes Standardformblatt „Bestätigung des hydraulischen Abgleichs". Dient als Nachweis für den BAFA-Antrag — Details hier.
Was kostet ein hydraulischer Abgleich?
Einfamilienhaus mit 8–12 Heizkörpern: 400–800 € (Berechnung + Voreinstellung + Doku). Kosten sind Teil der BAFA-förderfähigen Maßnahme (bis 70 %).
Muss ich die Ventil-Voreinstellung mit Wärmefinder eintragen?
Nein. Wärmefinder liefert Räume, Heizlasten und Volumenströme. Die konkrete Voreinstellung ergibt sich aus dem Ventiltyp (kv-Wert) und dem Massenstrom vor Ort. Der Handwerker trägt sie beim Einbau ein — Wärmefinder liefert die Vorlage.
Wärmefinder-spezifisch
Was macht Wärmefinder anders als andere Rechner?
Vollständige raumweise Berechnung nach DIN EN 12831-1 (Grundlage für VdZ-Verfahren B), im Browser, ohne Registrierung, kostenlos in der Aufbauphase. Alle Zahlen tragen ihre Herkunft mit — der Bericht sagt ausdrücklich was aus dem Baujahr geschätzt und was exakt eingegeben ist. Plus Grundriss-Upload mit KI-Vorauswertung, VdZ-Formular als Ausgabe, Kunden-Bericht per Link (QR-Code mit Kurzfassung).
Ist Wärmefinder wirklich kostenlos?
In der Aufbauphase 2026 ja — derzeit kostenlos, die Tarife sind noch nicht buchbar. Geplant sind Free (0 €, 1 Projekt), Basic (29 €/Monat, 10 Projekte) und Pro (79 €/Monat, 50 Projekte, eigenes PDF-Branding, priorisierter E-Mail-Support; API-Zugang in Vorbereitung). Heizkörper-Katalog, PDF- und CSV-Export gibt es in jedem Tarif. Alle Preise inkl. USt, monatlich kündbar.
Muss ich alle U-Werte kennen?
Nein. Wenn das Baujahr des Gebäudes angegeben ist, füllt Wärmefinder fehlende U-Werte automatisch aus der bauzeittypischen Tabelle (12 Klassen bis1918 … Passivhaus). Der Bericht kennzeichnet, welche Werte geschätzt und welche eingegeben sind.
Muss ich mich registrieren?
Nein. Die kostenlose Berechnung ist ohne Registrierung möglich. Ein Konto ist nur nötig um Projekte zu speichern, Kunden zu verwalten und Berichte im eigenen Branding zu erzeugen.
Sind meine Daten sicher?
Ja. Wärmefinder speichert nichts auf dem Server, wenn du keinen Account hast — die Berechnung läuft im Browser. Bei registrierten Nutzern liegen die Daten in Supabase-EU (DSGVO-konform). Vollständige Datenschutzerklärung siehe Impressum-Bereich.
Kann ich Wärmefinder auf meiner Handwerker-Website einbetten?
Ja. Es gibt einen einbettbaren WP-Check als iframe-Widget. Snippet im Konto-Tab. Kunden-Leads landen per postMessage bei dir und optional im Wärmefinder-CRM.
Kann ich einen Grundriss hochladen?
Ja. Bild (PNG/JPG/WebP), PDF-Bauakte oder Freitext-Werteliste (E-Mail-Aufstellung) — alles über einen Upload-Button im Gebäude-Tab. Claude Vision erkennt Räume, Flächen, Wände. Vor Übernahme in den Rechner prüfen.
Wie erzeuge ich den Bericht als PDF?
Im Reiter „Ergebnis" über „Drucken / als PDF speichern" — nutzt Browser-Print. Zusätzlich lässt sich der Bericht per Link an den Kunden weitergeben (kein Login nötig, offline-fähig); der QR-Code trägt die Kurzfassung mit Kennzahlen, Raum-Heizlasten und Vorbehalten.
Norm-Außentemperatur, Klima, U-Werte
Wie finde ich die Norm-Außentemperatur meines Ortes?
Aus dem Beiblatt 1:2008, das 519 deutsche Städte über 20.000 Einwohner mit ihrer Norm-Außentemperatur listet — 517 verschiedene Postleitzahlen. Wärmefinder liest sie automatisch. Steht die eigene PLZ nicht darin, nimmt es den Ort mit der längsten gemeinsamen Ziffernfolge und kennzeichnet den Wert als Näherung; eine geografische Nächste-Nachbar-Suche wäre genauer aussehend, aber nicht genauer. Verbindlich ist ohnehin DIN/TS 12831-1:2020-04 mit 8.199 postleitzahlgenauen Referenzbereichen — Details hier.
Ab wann muss ich Höhenkorrektur rechnen?
Ab 200 m Höhendifferenz zwischen Standort und Referenzhöhe. Darüber rechnet DIN/TS 12831-1:2020-04 Tabelle 30 mit −0,01 K je Meter, also 1,0 K je 100 m. Wärmefinder korrigiert automatisch, sobald beide Höhen bekannt sind.
Was ist ein guter U-Wert?
GEG-Neubau: Außenwand ≤ 0,24 W/(m²·K), Dach ≤ 0,20, Fenster ≤ 1,1, Bodenplatte ≤ 0,30. Passivhaus etwa die Hälfte davon. Altbau vor 1978 typisch 1,4–1,7 an der Außenwand — volle Tabelle.
Unterschied U-Wert und k-Wert?
k-Wert war die Bezeichnung bis 2003, U-Wert ist die aktuelle nach DIN EN ISO 6946. Werte identisch, nur der Name geändert.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Wie viel kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Grober Rahmen inkl. Einbau: 25.000–45.000 € brutto vor Förderung, mit maximaler BAFA-Förderung (70 %) 8.000–15.000 € Eigenanteil. Heizkörper-Tausch pro Raum 500–1.500 € — Details hier.
Rechnet sich eine Wärmepumpe wirklich?
In den meisten Fällen ja: JAZ 3,5 + Strompreis 32 ct/kWh + Gasersatz 11 ct/kWh → Betriebskosten typisch 40–50 % niedriger als Gas. Amortisation nach Förderung typisch 8–15 Jahre. Wärmefinder rechnet die Investitionsrechnung über 20 Jahre — der Zeitraum ist einstellbar.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Jahres-Wärmebedarf / JAZ = Strombedarf. Beispiel: 15.000 kWh Wärme / JAZ 3,5 = 4.286 kWh Strom pro Jahr. Bei 32 ct/kWh = 1.371 € Jahres-Stromkosten für Heizung.
Gibt es Wärmefinder als App fürs Aufmass?
Noch nicht im Store. Die Aufmass-App für iOS (LiDAR ab iPhone 12 Pro) und Android (ARCore Depth, ab Android 8 auf Depth-API-fähigen Geräten) ist in der Beta: Räume werden mit dem Handy gescannt, Bemaßung + Wände + Fenster + Türen kommen automatisch, Offline-Sync mit dem Web-Konto. Bis zur Veröffentlichung: Räume im Rechner von Hand anlegen — das geht heute mit jedem Browser.
Kann ich Wärmefinder ohne LiDAR nutzen?
Ja, uneingeschränkt. Alle Rechenschritte laufen im Browser mit manueller Raumeingabe oder per Grundriss-Upload. LiDAR/ARCore ist nur ein Komfort-Weg für Handwerker beim Vor-Ort-Aufmass (App in Vorbereitung, noch nicht im Store) — die Norm-Ergebnisse sind identisch.
PV-Grundlagen
Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh bei einer PV-Anlage?
kWp (Kilowatt-Peak) ist die Gleichstrom-Spitzenleistung der Module unter genormten Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, AM 1,5). kWh (Kilowattstunde) ist die tatsächlich gelieferte Energie über die Zeit. Faustregel Deutschland: 1 kWp liefert im Jahr etwa 900–1.100 kWh, abhängig von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung.
Monokristalline oder polykristalline Module — was ist besser?
Monokristalline Module werden aus einem einzigen Siliziumkristall gezogen, sind schwarz-bläulich, erreichen Modul-Wirkungsgrade um 20–22 % und lohnen sich vor allem auf kleineren Dächern. Polykristalline Module bestehen aus mehreren Kristallen, sind bläulich meliert und liegen bei etwa 15–17 % — dafür günstiger. Der Neubau-Markt ist heute fast vollständig monokristallin, weil pro Quadratmeter mehr Ertrag herauskommt.
Was bedeutet PERC, TOPCon, HJT und N-Type bei Solarmodulen?
PERC (Passivated Emitter and Rear Cell): reflektiert nicht absorbiertes Licht an der Zellrückseite zurück, leichte Effizienzsteigerung, seit Jahren Marktstandard. TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact): eine feine Tunneloxid-Schicht auf N-Type-Wafer, Zellwirkungsgrade jenseits 25 %, aktueller Marktführer. HJT (Heterojunction): kombiniert kristallines mit amorphem Silizium, sehr guter Schwachlicht- und Temperatur-Koeffizient. N-Type: bezeichnet die Dotierung des Wafers (negative Unterseite) und ist die Grundlage für TOPCon/HJT — weniger Degradation als das ältere P-Type.
Was macht ein MPP-Tracker?
Maximum Power Point Tracking hält den Wechselrichter am optimalen Arbeitspunkt jedes Strings — dem Punkt, an dem Spannung mal Strom das Maximum ergibt. Der optimale Betriebspunkt verschiebt sich mit Einstrahlung und Temperatur; der MPP-Tracker regelt die Eingangsspannung entsprechend nach. Wechselrichter mit zwei oder drei MPP-Trackern können unterschiedlich ausgerichtete oder teilverschattete Strings unabhängig fahren.
Warum kostet Verschattung überproportional viel Ertrag?
Zellen in einem Modul sind in Reihe geschaltet — die schwächste Zelle bestimmt den Stromfluss aller anderen. Wird eine Zelle zu 20 % verschattet, sinkt die Modulleistung ohne Gegenmaßnahmen nicht um 20 %, sondern um bis zu 80 %. Dasselbe gilt eine Ebene höher zwischen Modulen im String: ein einzelnes teilverschattetes Modul zieht die Leistung des kompletten Strings herunter.
Was sind Bypass-Dioden und wann helfen sie?
Bypass-Dioden sind fest im Modul-Anschlusskasten verbaut. Wird ein Teilbereich des Moduls verschattet, überbrückt die Diode diesen Teil und verhindert den Strom-Stau — der Rest des Moduls liefert weiter. Ohne Bypass-Dioden entstünden an der Verschattungs-Stelle Hot-Spots mit Überhitzungs-Risiko. Standardmäßig sind pro Modul zwei bis drei Bypass-Dioden verbaut.
Wann lohnen sich Leistungsoptimierer?
Leistungsoptimierer (z. B. Tigo, SolarEdge) regeln jeden MPP modul-individuell und lohnen sich vor allem bei unvermeidbarer Teilverschattung durch Kamin, Dachfenster oder Nachbargebäude, bei stark unterschiedlichen Modulausrichtungen oder Modul-Neigungen im selben String. Auf sauberen, homogen ausgerichteten Dachflächen bringen sie kaum Mehrertrag und rechnen sich meist nicht. Der Herstellerangabe „bis 20 % Mehrertrag“ trifft nur bei starker Teilverschattung zu.
Glas-Glas oder Glas-Folie — was ist der Unterschied?
Bei Glas-Folie-Modulen (der klassischen Bauart) sitzen die Zellen zwischen einer Glasscheibe vorne und einer Kunststoff-Folie (meist Backsheet) hinten. Bei Glas-Glas-Modulen ist die Rückseite ebenfalls Glas — mechanisch robuster, längere Herstellergarantien (typisch 30 statt 25 Jahre), witterungsbeständiger, aber schwerer. Glas-Glas ist Standard für bifaciale Module, für Fassaden/Carports und dort, wo maximale Langlebigkeit zählt; Glas-Folie ist leichter und günstiger für klassische Aufdach-Anlagen.
Warum werden PV-Module in Reihe (im String) geschaltet?
In der Reihenschaltung addieren sich die Modul-Spannungen, während der Strom gleich bleibt. Höhere Spannung bedeutet geringere Übertragungsverluste in der DC-Leitung und der Wechselrichter erreicht seinen Arbeitsbereich früher am Morgen und länger am Abend. Für die Auslegung wird die String-Länge so gewählt, dass die MPP-Spannung des Strings über das ganze Jahr im MPPT-Fenster des Wechselrichters bleibt.
Ab welcher Anlagengröße brauche ich einen Wandlerschrank?
Ab 30 kWp Anlagenleistung ist ein separater Wandler- bzw. NA-Schutz-Schrank Pflicht, der vom Energieversorger genehmigt wird. Dazu gehören Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) mit zertifizierten Kupplungsschaltern, AC-Überspannungsschutz und ein ausreichend dimensionierter Hausanschluss. Unter 30 kWp reicht in der Regel der bestehende Zählerschrank mit integriertem NA-Schutz.
Welche Modul-Neigung bringt in Deutschland den höchsten Ertrag?
Für eine reine Süd-Ausrichtung liegt das Ertrags-Maximum in Deutschland bei etwa 30–35° Neigung. Von 20° bis 45° ändert sich der Jahresertrag aber nur um wenige Prozent — Standard-Dachneigungen sind fast immer akzeptabel. Steilere Neigungen (45–60°) begünstigen den Winter-Ertrag, flache Neigungen (10–20°) den Sommer-Ertrag.
Ost/West-Ausrichtung — lohnt sich das gegenüber Süd?
Süd-Ausrichtung liefert den höchsten Jahresertrag (100 % Referenz), Ost/West etwa 80–90 %. Der Ost/West-Vorteil: die Erzeugung verteilt sich flacher über den Tag mit Peaks am Morgen und Abend — das erhöht bei Anlagen ohne Speicher den Eigenverbrauchsanteil deutlich. Für die Auslegung heute wichtiger als die Süd-Optimierung: die Fläche voll belegen und die Gleichzeitigkeit mit dem Haushaltsverbrauch treffen.
Wie viel Strom liefert 1 kWp PV in Deutschland pro Jahr?
Faustregel: 900–1.100 kWh pro kWp und Jahr für eine gut ausgerichtete Anlage (Süd, 20–40° Neigung, keine wesentliche Verschattung). Norddeutschland tendenziell 900–950, Süddeutschland 1.000–1.100. Eine 10-kWp-Anlage produziert also grob 9.000–11.000 kWh pro Jahr.
Wie groß sollte der Batteriespeicher zur PV-Anlage sein?
Zwei Faustregeln haben sich bewährt: 1 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstrombedarf, oder 1 kWh pro 1 kWp PV-Leistung. Beispiel: 4.500 kWh Jahresverbrauch + 8 kWp PV → 5–8 kWh Speicher. Größere Speicher lohnen sich meist erst mit Wärmepumpe oder Wallbox — sonst bleibt zu viel Kapazität ungenutzt und die Amortisation verschlechtert sich.
Was ist SG-Ready bei einer Wärmepumpe?
SG-Ready (Smart-Grid-Ready) ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). Die WP verarbeitet vier Betriebszustände über zwei Steuersignale: Sperre, Normalbetrieb, verstärkter Betrieb (PV-Überschuss oder günstiger Netzstrom) und Anlaufbefehl. Damit lässt sie sich vom Energiemanager (EMS) an PV-Überschuss oder dynamische Stromtarife koppeln. Fast alle aktuellen Marken-WPs sind SG-Ready-zertifiziert.
WP-Elektroanschluss
Wie tief muss die Erdleitung zur Wärmepumpe verlegt werden?
Regelmäßige Verlegetiefe nach DIN 18014 / DIN VDE 0100-520: mindestens 60 cm unter Gelände, unter befahrbaren Flächen 80 cm. Aufbau von unten nach oben: Feinplanum, 10 cm Sandbett, Kabel, 10 cm Sandbett darüber, dann Warnband (rot-weiß, rund 30 cm oberhalb des Kabels), anschließend Aushub verfüllen. Bei Kreuzungen mit anderen Leitungen oder unter Fundamenten zusätzlich Kabelschutzrohr einlegen.
Welchen Kabelquerschnitt braucht die Zuleitung zur Wärmepumpe?
Der Querschnitt richtet sich nach elektrischer Aufnahmeleistung (WP-Kompressor + Heizstab) und Leitungslänge; verbindlich ist immer das Herstellerdatenblatt in Verbindung mit DIN VDE 0100-430. Grober Rahmen bei üblichen Absicherungen: C16 → NYY-J 5×2,5 mm² (bis ca. 25 m), C25 → 5×4 mm² (bis ca. 30 m), C32 → 5×6 mm² (bis ca. 40 m). Als Kabeltyp im Erdreich NYY-J (schwarz) direkt oder Ölflex im Leerrohr; unter Putz NYM-J oder NYY-J. Bei größeren Längen wird der Spannungsfall bestimmend — dann eine Nummer größer.
Was ist § 14a EnWG und was bedeutet er für die Wärmepumpe?
§ 14a EnWG regelt seit 01.01.2024 die Netz-Einbindung „steuerbarer Verbrauchseinrichtungen“ — dazu gehören Wärmepumpen, Wallboxen und Batteriespeicher mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung. Der Netzbetreiber darf den Bezug im Extremfall temporär auf 4,2 kW dimmen (Dimm-Modus). Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte über eines von drei Modulen (Pauschal-Rabatt oder prozentualer Rabatt oder zeitvariables Netzentgelt).
Braucht die Wärmepumpe einen separaten Zähler?
Für § 14a EnWG und für Wärmestromtarife wird die WP getrennt gemessen — entweder über einen zweiten Zählplatz (klassische Kaskadenschaltung) oder heute vermehrt über eine moderne Messeinrichtung / Smart Meter Gateway mit getrennter Erfassung. Ob ein zweiter Zähler zwingend nötig ist, hängt vom Netzbetreiber und dem gewählten §-14a-Modul sowie dem Stromtarif ab. Für eine Kombination mit reinem Haushaltsstromtarif ist ein separater Zähler nicht zwingend.
Was ist eine BlackOutBox / Notstromversorgung?
Eine BlackOutBox trennt bei Netzausfall den Hausstromkreis vom öffentlichen Netz und lässt den PV-Wechselrichter mit Batteriespeicher als Insel weiterlaufen. Reine Ersatzstrom-Funktion versorgt ausgewählte Kreise (typisch 1-phasig, wenige kW); vollwertige Inselfähigkeit („Backup-Box“ oder „Notstromkasten“) versorgt das ganze Haus 3-phasig, ist aber deutlich teurer. Ohne solche Box schaltet der Wechselrichter bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen (NA-Schutz) sofort ab.
Kann ich die alte Telefonleitung (TAE-Dose) für die Internet-Anbindung der Wärmepumpe nutzen?
Wenn die vorhandene Telefonverkabelung im Haus mindestens vier freie Adern hat und der Kunde sein Internet über Kabel bezieht (also die TAE-Leitung selbst frei ist), lässt sich die vorhandene Ader-Führung als improvisierte LAN-Leitung vom Router in den Heizungsraum umnutzen. Am Ziel wird eine zweite LAN-Dose gesetzt. Nur ein Notbehelf für Bestandsanlagen — bei Neuinstallation immer eine dedizierte CAT-Leitung ziehen.
Warum wird für die WP-Steuerung ein CAT-7-Datenkabel empfohlen?
CAT-7 ist bis 10 Gbit/s spezifiziert, paarweise geschirmt (S/FTP) und damit unempfindlich gegen die elektromagnetischen Störungen, die im Heizungsraum von Kompressor, Wechselrichter und Umwälzpumpen ausgehen. Für Modbus-TCP, EEBUS und Cloud-Anbindung der WP reicht formal auch CAT-5e — CAT-7 ist zukunftssicher und funktioniert auch bei langen Wegen ohne Verbindungsabbrüche. Immer als Verlege-Kabel (Vollader-Kupfer) einziehen, nicht als Patchkabel (Litze).
Wallbox und Wärmepumpe kombiniert — was ist zu beachten?
Beide sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG und müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Die Hausanschlussleistung reicht in Neubauten meist locker (typisch 34,5 kVA / 3×50 A), im Altbau kann sie eng werden — dann prüft der Elektriker den vorhandenen HAK. Ein Energiemanagementsystem (EMS) mit dynamischer Lastregelung verhindert, dass WP und Wallbox gleichzeitig die volle Leistung ziehen und die Absicherung auslöst.
BEG-Klarstellungen 2026/2027
Bekomme ich für die Wärmepumpe den iSFP-Bonus?
Nein. Der iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte) gilt ausschließlich für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle nach Nummer 5.1 und für Anlagentechnik außer Heizung. Für Wärmepumpen und andere Heizungsmaßnahmen nach Nummer 5.3 ist der iSFP-Bonus in der BEG-EM ausdrücklich ausgenommen — für die WP-Förderung selbst bringt der iSFP also keine Punkte, er kann aber die Reihenfolge der Sanierung strukturieren. [BEG-EM 17.08.2026 § 8.4.2]
Bekomme ich für die Wärmepumpe den Worst-Performing-Building-Bonus (WPB)?
Nein. Der WPB-Bonus ab Quartal 1 2027 (+5 Prozentpunkte) ist auf Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle nach Nummer 5.1 Buchstabe a beschränkt. Für Wärmepumpen und andere Heizungsanlagen nach Nummer 5.3 gibt es keinen WPB-Bonus. Sanierst du auch die Gebäudehülle, sichert er sich dort ab. [BEG-EM 17.08.2026 § 8.4.3]
Was ist der Wertschöpfungs-Bonus?
Ab Quartal 1 2027 gibt es +15 Prozentpunkte on top, wenn die geförderte Wärmepumpe ihren Ursprung in der Europäischen Union hat. Die Details regelt das „Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen“. Ab 2027 wird die Herkunft der Wärmepumpe damit erstmals fördertechnisch relevant. [BEG-EM 17.08.2026 § 8.4.6]
Welche Alt-Heizung qualifiziert für den Klimageschwindigkeits-Bonus?
Voraussetzung ist der Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung ohne Alters-Anforderung, oder einer funktionstüchtigen Gas- bzw. Biomasseheizung, deren Inbetriebnahme zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt. Bonus-Höhe ab 21.07.2026: 16 Prozentpunkte, danach gestaffelt sinkend (12 pp ab 02/2027, 8 pp ab 08/2027, 4 pp ab 02/2028, ab 08/2028 entfällt der Bonus). [BEG-EM 17.08.2026 § 8.4.4]
Wie wird das Einkommen für den Einkommens-Bonus (EBB) nachgewiesen?
Vorgelegt werden Einkommensteuerbescheide für das zweite und dritte Jahr vor Antragstellung — angesetzt wird der Durchschnitt der beiden Bescheide der zum Haushaltsjahreseinkommen beitragenden Personen. Dazu kommen Meldebescheinigung und Grundbuchauszug, für Kinder-Freibeträge zusätzlich Kindergeldnachweis. Beispiel: Antrag Ende 2026 → Bescheide 2023 und 2024. [BEG-EM 17.08.2026 § 12]
Ist Verfahren A oder B beim hydraulischen Abgleich für die BEG-Förderung Pflicht?
Die BEG verlangt eine raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 als Auslegungsgrundlage der Heizungsanlage; Verfahren A (überschlägig, pro Wohnung) wird dem seit 2022 nicht mehr gerecht. In der VdZ-Formularlogik entspricht das Verfahren B — mit raumweiser Heizlast, Massenströmen und dokumentierter Ventil-Voreinstellung (Kv-Wert). Wärmefinder liefert dafür die raumweise Heizlast und die Volumenströme; die Ventil-Voreinstellung trägt der Fachbetrieb ein. [BEG-EM 17.08.2026 § 3.1]
Wie hoch ist die maximale WP-Förderung 2026 gegenüber 2027?
Die Ober-Grenze bleibt 2026 und 2027 identisch: 80 % der förderfähigen Ausgaben für Selbstnutzer mit zvE bis 30.000 € (bzw. 40.000 € inkl. Familienzuschlag), sonst 70 %. Was sich ändert: der Klimageschwindigkeits-Bonus sinkt gestaffelt (16 → 12 pp ab 02/2027), dafür kommt ab Q1 2027 der Wertschöpfungs-Bonus (+15 pp für WP mit EU-Ursprung) hinzu. Für WPs ohne EU-Ursprung wird die reale Förderquote ab 2027 spürbar niedriger. [BEG-EM 17.08.2026 § 8.4.1, § 8.4.4, § 8.4.6]