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Wärmepumpe Größe berechnen — welche kW brauche ich?

Die richtige Wärmepumpen-Nennleistung ist keine Bauchentscheidung. Aus Gebäude-Heizlast, Warmwasserbedarf, Bivalenzpunkt und EVU-Sperrfaktor lässt sich sie exakt nach VDI 4645 bestimmen. Wärmefinder macht das kostenlos.

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Der Auslegungsweg in vier Schritten

  1. Gebäude-Heizlast aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1
  2. Warmwasserbedarf aus Personenzahl (200–300 W je Person Dauerleistung)
  3. Bivalenzpunkt wählen (typisch -2 bis -7 °C, siehe Bivalenzpunkt erklärt)
  4. EVU-Sperrfaktor nach §14a EnWG (Faktor 1,11 bei 2 × 2 h Sperre)
Formel VDI 4645 (vereinfacht):
WP-Nennleistung [kW] = (Heizlast [kW] + Warmwasser [kW]) × EVU-Faktor

Rechenbeispiel — Einfamilienhaus 150 m²

KriteriumUnsanierter Altbau 1970Sanierter BestandGEG-Neubau 2022
Spez. Heizlast90 W/m²60 W/m²30 W/m²
Gebäude-Heizlast13,5 kW9,0 kW4,5 kW
Warmwasser (4 Personen)1,0 kW1,0 kW1,0 kW
EVU-Faktor 1,11× 1,11× 1,11× 1,11
WP-Nennleistung~16 kW~11 kW~6 kW

Wichtig: das ist die Nennleistung bei Norm-Außentemperatur. Da die WP-Leistung mit sinkender Außentemperatur abnimmt, kann bei realen Herstellerangaben (z.B. A7/W35) eine höhere Zahl stehen — das ist der Nennwert unter besseren Bedingungen, nicht der Auslegungspunkt.

Datenbasis der Herstellerangaben — Vorsicht

Nicht alle Wärmepumpen-Kennlinien sind vergleichbar. Wärmefinder unterscheidet drei Datenbasen:

Der Bericht weist die Datenbasis pro gewähltem Modell aus — sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Bivalenzpunkt — die zweite wichtige Zahl

Bei monoenergetischer Betriebsweise (WP + Heizstab) muss die WP die Heizlast nicht bis zur Norm-Außentemperatur alleine decken. Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb derer der elektrische Backup zuschaltet. Faustregel:

Zu klein oder zu groß — beides ist teuer

Zu klein: Heizstab läuft öfter, JAZ sinkt, Stromrechnung steigt. Bei Backup-Anteil > 10 % lohnt sich fast immer eine Nummer größer.

Zu groß: Wärmepumpe taktet häufig ein/aus, verschleißt schneller, JAZ sinkt ebenfalls, Investitionskosten unnötig hoch. Bei Modulations-Untergrenze wp_min < 30 % der Nennleistung + mildem Klima ist Taktung fast garantiert.

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Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

Die Frage nach der WP-Größe wird sehr unterschiedlich formuliert: „Welche Wärmepumpe für mein Haus", „Wärmepumpe Dimensionierung", „Luftwärmepumpe Größe", „Wärmepumpe Nennleistung", „Wärmepumpe Auslegung Formel", „Wieviel kW Wärmepumpe für 150 qm", „Wärmepumpe 8 kW oder 10 kW", „WP passend zum Haus". Fachbegriff: Wärmeerzeuger-Auslegung nach VDI 4645.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Nennwärmeleistung (Herstellerangabe bei A7/W35), Auslegungsleistung (bei Norm-θe) und maximaler Wärmeleistung (bei kleinster Außentemperatur laut Datenblatt). Wärmefinder zeigt alle drei Werte, damit man keine Herstellerangaben-Falle in die Auslegung mitnimmt. Verwandt: modulierende WP, On/Off-WP, Inverter-Wärmepumpe, Split-WP, Monoblock-WP.

Häufige Fragen

Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich für 150 qm?

Kommt aufs Baualter an: unsanierter Altbau ~13 kW, sanierter Bestand ~9 kW, GEG-Neubau ~5 kW. Die Wohnfläche allein reicht nicht — die Norm-Außentemperatur der PLZ, der Dämmzustand und der Warmwasserbedarf ändern die Größe erheblich. Wärmefinder rechnet das exakt.

Ist eine überdimensionierte Wärmepumpe schlecht?

Ja. Zu große Wärmepumpen takten häufiger, verschleißen schneller und haben eine niedrigere JAZ. Als Regel gilt: die Wärmepumpe sollte am Bivalenzpunkt ihre Nennleistung erreichen — nicht früher.

Was ist der EVU-Sperrfaktor?

Nach §14a EnWG dürfen Netzbetreiber Wärmepumpen bis zu 2 × 2 Stunden pro Tag abschalten, um das Stromnetz zu entlasten. Für die Auslegung wird die Nennleistung entsprechend erhöht — typisch mit Faktor 1,11 (2 × 2 h Sperre bei 24 h Tag: 24 / 22 = 1,09; sicherheitshalber 1,1).

Wie berücksichtige ich den Warmwasserbedarf?

Faustregel: 200–300 Watt pro Person Dauerleistung, oder 500 kWh pro Person pro Jahr. Wärmefinder rechnet personen-basiert und addiert das zur Heizlast, bevor die Wärmepumpen-Nennleistung bestimmt wird.

Muss die Wärmepumpe die volle Heizlast decken?

Nein. Bei monoenergetischer Betriebsweise mit elektrischem Heizstab reicht es, wenn die WP bis zum Bivalenzpunkt (typisch -2 bis -7 °C) alleine deckt. Unterhalb springt der Heizstab an. Ein Backup-Anteil unter 5 % der Jahresarbeit gilt als unbedenklich.