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Heizlast Faustformel — schneller Überschlag nach Baualter

Die Faustformel gibt in einer Minute eine grobe Heizlast — perfekt fürs erste Kundengespräch. Aber sie ersetzt keine echte Berechnung. Wo sie hilft, wo sie irreführt und wie Wärmefinder beides kombiniert.

DIN EN 12831-1
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Die Faustformel in einer Zeile

Heizlast [kW] = W/m² × Wohnfläche [m²] ÷ 1000

Der einzige zu schätzende Wert ist die spezifische Heizlast in W/m². Sie hängt am Baualter und Dämmzustand — Tabelle unten. Wohnfläche kennst du.

Baualter-Tabelle: spezifische Heizlast in W/m²

Basierend auf IWU-Basisdaten Deutscher Gebäudetypologie sowie Wärmeschutzverordnungen (WSVO 1977/1984/1995), EnEV (2002/2009/2016) und GEG (2020):

Baujahr / Standard W/m² unsaniert W/m² teilsaniert W/m² vollsaniert
bis 1918 150–180 100–120 60–80
1919–1948 140–170 90–110 60–80
1949–1977 120–150 80–100 55–75
1978–1994 (WSVO) 80–100 65–80 50–65
1995–2001 (WSVO 1995) 60–75 — 50–60
2002–2015 (EnEV) 40–55 — —
2016–2020 (EnEV verschärft) 30–40 — —
ab 2021 (GEG) 25–35 — —
Effizienzhaus 55/40 18–25 — —
Passivhaus < 15 — —

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus, Baujahr 1985, 140 m² Wohnfläche, unmodernisiert:

  1. Aus Tabelle: 90 W/m² (Mittelwert der WSVO-1978-1994-Zeile, unsaniert: 80–100)
  2. 90 W/m² × 140 m² = 12.600 W
  3. = 12,6 kW Heizlast (grober Überschlag)

Zum Vergleich mit einer echten Rechnung nach DIN EN 12831-1 (raumweise, Verfahren B): typischerweise 9–14 kW — je nach Dachdämmung, Fensteranteil, Ausrichtung. Die Faustformel liegt im richtigen Bereich, aber ±25 % Streubreite.

Wo die Faustformel scheitert

Faustformel als Cross-Check nutzen

In Wärmefinder ist die Baualter-Schnellschätzung ein integrierter Cross-Check zur exakten Rechnung: die raumweise Heizlast wird berechnet und daneben die Baualter-Schnellschätzung angezeigt. Weichen beide um mehr als 15 % voneinander ab, warnt das Panel — dann stimmt entweder die U-Wert-Eingabe nicht oder das Baualter passt nicht zum tatsächlichen Dämmzustand.

Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

Die Faustformel wird auch als Heizlast-Daumenregel, Grobrechnung Heizlast, Heizlast überschlagen oder W/m²-Regel bezeichnet. Fachlich präziser sind Begriffe wie flächenspezifische Heizlast, überschlägige Heizlast, Kesselleistung nach Baualter oder vereinfachtes Verfahren nach Jagnow/Wolff.

Typische Suchanfragen: „Heizlast Faustformel Watt", „Heizlast pro m2 Altbau", „Wärmelast Faustformel", „Kessel-Grobrechnung Baujahr", „Heizlast Überschlag Neubau", „wieviel Watt pro m2 Heizung". Wärmefinder rechnet neben der exakten Norm-Rechnung parallel die Baualter-Schnellschätzung — die Faustformel läuft dort im Hintergrund als Plausibilitätskontrolle mit.

Häufige Fragen

Wie lautet die Faustformel für die Heizlast?

Heizlast [kW] = spezifische Heizlast [W/m²] × Wohnfläche [m²] ÷ 1000. Die spezifische Heizlast hängt am Baualter — Werte aus der Tabelle auf dieser Seite: unsanierter Altbau 120–180 W/m² je nach Baujahr, sanierter Bestand 50–120 W/m² je nach Sanierungstiefe, EnEV/GEG-Neubau 25–55 W/m², Effizienzhaus 55/40 18–25 W/m².

Wie genau ist die Faustformel?

Als erster Überschlag akzeptabel — die Abweichung zur exakten Norm-Rechnung kann aber leicht ±30 % betragen. Für die Wärmepumpen-Auslegung, die BAFA-Förderung und den hydraulischen Abgleich reicht die Faustformel nicht; da braucht es die raumweise Berechnung nach DIN EN 12831-1 (Grundlage für VdZ-Verfahren B).

Wann darf ich die Faustformel überhaupt nutzen?

Für den ersten Aufschlag im Kundengespräch, für Grobkalkulationen zu Anlagenkosten, für Sanierungsentscheidungen im Bestand. Sobald die Wärmepumpe konkret ausgelegt oder ein Förderantrag gestellt wird: exakte Rechnung nach Norm.

Warum gibt es keine bessere Faustformel?

Weil die realen Wärmeverluste stark von individuellen Faktoren abhängen: Fensterflächen-Anteil, Dämmzustand einzelner Bauteile, Wärmebrücken, Luftdichtheit, Lüftungsverhalten, Ausrichtung, Verschattung. Zwei Häuser mit derselben Wohnfläche und demselben Baujahr können 40 % unterschiedliche Heizlasten haben.

Wie kombiniere ich Faustformel und exakte Rechnung?

In Wärmefinder integriert: die exakte raumweise Rechnung nach Norm läuft, parallel die Faustformel als Plausibilitäts-Gegenprobe. Der Cross-Check ampelt die Abweichung: bis 15 % grün, 15 – 40 % gelb, über 40 % rot.

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