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Wärmepumpe im Altbau — geht das?

Ja. Aber es kommt auf drei Zahlen an: die Heizlast, die tatsächliche Vorlauftemperatur und die Heizkörper-Auslegung raumweise. Wärmefinder klärt alle drei kostenlos.

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Die drei Grundvoraussetzungen

1. Bezahlbare Heizlast

Bei einer Heizlast über 15 kW im Einfamilienhaus wird die Wärmepumpen-Größe unattraktiv teuer und der Stromverbrauch hoch. Faustregel: bei über 200 W/m² spezifischer Heizlast erst dämmen, dann Wärmepumpe. Bei 90–140 W/m² ist WP-Einbau realistisch, wenn die Vorlauftemperatur passt.

2. Vorlauftemperatur unter 55 °C

Der COP einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt bei jeder 5 °C höherer Vorlauftemperatur um etwa 10 %. Beispielrechnung Auslegungspunkt A-7 °C:

3. Genügend große Heizkörper

Aus der raumweisen Heizlast und der Wärmeleistung des Heizkörpers nach EN 442 lässt sich exakt prüfen, ob der vorhandene Heizkörper bei WP-Vorlauf noch die geforderte Raumtemperatur schafft. Wärmefinders Austausch-Empfehlung zeigt pro Raum eine Ampel bei 35, 45 und 55 °C Vorlauf. Rote Räume: Heizkörper tauschen (typische Kosten 500–1500 Euro pro Raum).

Was tun, wenn Vorlauftemperatur zu hoch ist?

Sanierungs-Reihenfolge

Wenn das Budget begrenzt ist: nicht die Wärmepumpe zuerst. Die günstigsten Effizienz-Gewinne kommen aus:

  1. Dachdämmung / oberste Geschossdecke (5.000–15.000 €)
  2. Fensteraustausch (100–300 € pro m² Fensterfläche)
  3. Perimeterdämmung Keller / Bodenplatte (nur bei Sanierung ohnehin)
  4. Fassadendämmung WDVS (100–200 € pro m² Wandfläche)
  5. Heizungstausch mit Wärmepumpe (25.000–45.000 €, davon bis 70 % Förderung)

Förderung 2026 — genauer Rechner

Für ein saniertes Einfamilienhaus mit Wärmepumpen-Einbau sind aktuell (Stand 2026) bis 70 % Grundförderung möglich:

Wärmefinder rechnet die konkrete Fördersumme für PLZ, Einkommen und Anlage automatisch. Details: BAFA-Förderrechner 2026.

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Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

Beliebte Suchanfragen zum Thema: „Wärmepumpe Bestandsgebäude", „Wärmepumpe Sanierung", „WP nachrüsten", „Wärmepumpe unsaniertes Haus", „Vorlauftemperatur senken", „Wärmepumpe statt Öl", „Ölheizung Wärmepumpe Umstieg", „Heizkörper austauschen Wärmepumpe", „Wärmepumpe 1970er Haus". Fachbegriff: Wärmepumpen-Retrofit.

Verwandte technische Themen: Wärmepumpen-Ampel (Hersteller-Selbsteinschätzung), iSFP (individueller Sanierungsfahrplan), Hochtemperatur-Wärmepumpe (bis 70 °C Vorlauf), Propan-Wärmepumpe R290 (aktueller Effizienz-Standard), Wärmedämmung Priorisierung, Fensteraustausch, Dachdämmung Prioritätsprojekt, Hybrid-Heizung (WP + Gas-Brennwert).

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt?

Ja — technisch fast immer, wirtschaftlich meist ja, effizient nur unter Bedingungen. Kritisch sind Vorlauftemperatur (unter 55 °C anzustreben) und die Wärmedämmung (mindestens Dach, Fenster, oberste Geschossdecke). Faustregel: JAZ > 3,0 gilt als guter Wert im Altbau.

Bis zu welcher Vorlauftemperatur ist eine WP im Altbau sinnvoll?

Bis 55 °C wirtschaftlich, 55–65 °C grenzwertig (Hochtemperatur-WP nötig, JAZ 2,5–3,0), über 65 °C fast immer unrentabel. Wärmefinders Heizkörper-Austausch-Empfehlung prüft je Raum, ob die vorhandenen Heizkörper bei 35/45/55 °C VL noch reichen.

Wie viel kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Grober Rahmen inkl. Einbau: 25.000–45.000 Euro brutto vor Förderung, danach bei maximaler BAFA-Förderung (70 %) 8.000–15.000 Euro Eigenanteil. Zusätzlicher Heizkörper-Tausch pro Raum 500–1.500 Euro, Rohrnetz-Umbau bei Bedarf.

Reichen die alten Heizkörper?

Faustregel: wenn die alte Anlage mit 70 °C Vorlauf lief und der Verbrauch heute deutlich unter der Auslegungsleistung liegt, reichen die Heizkörper oft auch bei 50–55 °C. Für die genaue Prüfung nach EN 442 gibt es in Wärmefinder die Heizkörper-Austausch-Empfehlung raumweise.

Was passiert bei -10 °C draußen?

Wenn die WP monoenergetisch mit Heizstab läuft, springt der Heizstab unterhalb des Bivalenzpunktes an. Bei sauberer Auslegung (Bivalenzpunkt -5 bis -7 °C) läuft der Heizstab nur wenige Stunden pro Jahr — Backup-Anteil an der Jahresarbeit unter 5 %.