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Hydraulischer Abgleich — Pflicht, Verfahren, Nachweis

Wann ist der Abgleich Pflicht? Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und B? Wie funktioniert der Nachweis für die BAFA-Förderung? Und wie erledigt Wärmefinder Verfahren B kostenlos?

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Wann ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

1. Bei jeder BAFA-/BEG-Förderung

Ob Wärmepumpen-Neueinbau, Optimierung der Heizungsanlage oder Kesseltausch — alle geförderten Maßnahmen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-EM) verlangen den nachweislich durchgeführten hydraulischen Abgleich als Fördervoraussetzung. Ohne Nachweis: keine Auszahlung.

2. Bei Mehrfamilienhäusern ab 10 Wohneinheiten

Die EnSimiMaV (Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch kurzfristig wirksame Maßnahmen, 2022) verpflichtete Eigentümer von Wohngebäuden mit gasbeheizter Zentralheizung ab 10 Wohneinheiten zum hydraulischen Abgleich bis 30.09.2023. Die Frist ist ausgelaufen, die Pflicht bleibt aber für nachträgliche Prüfungen bestehen.

3. Nach VDI 4645 bei jedem WP-Einbau

Die VDI 4645 „Auslegung von Wärmepumpenanlagen zur Raumheizung und Trinkwassererwärmung in kleinen Nichtwohn- und Wohngebäuden" definiert den hydraulischen Abgleich als integralen Teil der WP-Auslegung — technisch zwingend für stabile, effiziente Anlagen.

Verfahren A vs. Verfahren B im Detail

KriteriumVerfahren A (vereinfacht)Verfahren B (ausführlich)
Heizlast-GrundlagePauschale W/m² nach BaualterRaumweise DIN EN 12831-1
Volumenstrom-Genauigkeitüberschlägigexakt (V̇ = Φ / (c_w × ΔT))
Ventil-Voreinstellungpauschalindividuell nach kv-Wert
Für BAFA-WP-Förderungnicht mehr zulässigPflicht
Für BAFA-Optimierungzulässigzulässig
Für Neubau/Sanierung mit WPungeeignetStandard

Ablauf Verfahren B — was passiert konkret?

  1. Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 (Wärmefinder liefert das automatisch).
  2. Spreizung wählen — Vorlauf/Rücklauf-Temperaturdifferenz. WP-typisch 5–7 K für niedrige Vorlauftemperaturen, Bestand mit Heizkörpern oft 10 K.
  3. Volumenstrom pro Raum berechnen: V̇ = Φ / (c_w × ΔT), mit c_w = 1,163 Wh/(kg·K).
  4. Ventiltyp bestimmen — vorhandene Heizkörper-Ventile identifizieren, kv-Werte aus Ventil-Datenblatt (typisch 0,04–1,4).
  5. Ventil-Voreinstellung aus V̇ und kv rechnen — bei jedem Ventil den Voreinstellwert einstellen.
  6. Pumpen-Auslegung — Umwälzpumpe passend zum berechneten Gesamt-Volumenstrom und Druckverlust einstellen.
  7. Nachweis-Formular — VdZ-Formblatt „Bestätigung des hydraulischen Abgleichs" ausfüllen, unterschreiben.

VdZ-Formular — der offizielle Nachweis

Das VdZ-Formular ist eine gemeinsame Vereinbarung zwischen dem Verband der Zentralheizungs- und Industrieanlagenbauer, den ausführenden Verbänden (ZVSHK) und dem BAFA. Es dient bei jeder BAFA-Förderung im Rahmen der BEG-EM als Nachweis der Ausführung.

Enthält:

Wärmefinder erzeugt das VdZ-Formular automatisch aus der raumweisen Heizlastberechnung. Kostenlos, druckbar, BAFA-fähig.

Häufige Fehler beim hydraulischen Abgleich

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Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

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Verwandte Themen: Umwälzpumpen-Auslegung (nach ErP-Verordnung: nur noch A-Klasse-Effizienz-Index), Wärmedämmung Rohrleitungen (nach GEG § 71 ff.), Einzelraumregelung (nach GEG § 63 verpflichtend bei Neubau), Nachtabsenkung, Heizkurve einstellen, Vorlauftemperatur optimieren. Wärmefinder liefert nach Verfahren B raumweise Volumenströme und errechnet die Pumpen-Größe nach EEI.

Häufige Fragen

Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Ja — bei jeder BAFA-Förderung im Rahmen der BEG-EM (Wärmepumpe, Optimierung Heizung). Zusätzlich für Mehrfamilienhäuser über 10 Wohneinheiten durch die EnSimiMaV (Energiesparmaßnahmen-Verordnung 2022) und im Wärmepumpen-Neueinbau nach VDI 4645. Ohne durchgeführten Abgleich keine Fördermittel.

Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und B?

Verfahren A: pauschale Heizlast-Schätzung nach Baualter, spezifische Werte W/m². Verfahren B: raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1, exakte Volumenströme pro Heizkörper. Für BAFA-Wärmepumpen-Förderung ist seit 2022 Verfahren B verpflichtend.

Wer darf den hydraulischen Abgleich durchführen?

Fachbetrieb aus dem SHK-Handwerk, Energieberater oder auch der Anlagenbauer selbst — es gibt keine gesonderte Sachkunde-Auflage. Der ausführende Fachbetrieb unterschreibt das VdZ-Formular als Nachweis.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Für ein Einfamilienhaus mit 8–12 Heizkörpern typisch 400–800 € (Berechnung + Voreinstellung vor Ort + Doku). Die Kosten sind Teil der BAFA-förderfähigen Maßnahme (BEG-EM, bis 70 %).

Was ist das VdZ-Formular?

Ein zwischen dem Verband der Zentralheizungs- und Industrieanlagenbauer (VdZ), den ausführenden Verbänden (ZVSHK) und dem BAFA abgestimmtes Standardformblatt „Bestätigung des hydraulischen Abgleichs". Es dient als Nachweis-Dokument für den BAFA-Antrag. Wärmefinder erzeugt das Formular automatisch aus der raumweisen Heizlast — kostenlos, druckbar.