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U-Wert-Tabelle nach Baualter

Typische Wärmedurchgangskoeffizienten für Außenwand, Dach, Fenster, Türen und Boden — nach Baujahr und Dämmzustand. Als Referenz für die Heizlastberechnung und den Baualter-Fallback in Wärmefinder.

Ohne U-Werte rechnen →

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme in Watt pro Quadratmeter Bauteilfläche und pro Grad Temperaturdifferenz durch das Bauteil verloren geht: U-Wert [W/(m²·K)]. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Berechnung nach DIN EN ISO 6946: U = 1 / R_gesamt, mit R = R_si + Σ(d_i / λ_i) + R_se.

Außenwand-U-Werte nach Baualter

Baujahr / StandardU-Wert außen (W/m²·K)Bauart typisch
bis 19181,7Vollziegel 38 cm
1919–19481,7Vollziegel 24 cm
1949–19681,4Hohlblock, Bimsbeton
1969–19771,0Kalksandstein 24 cm
1978–1983 (WSVO 77)0,8KS-Stein mit 3 cm Dämmung
1984–1994 (WSVO 84)0,6KS-Stein mit 6 cm Dämmung
1995–2001 (WSVO 95)0,5KS-Stein mit 10 cm Dämmung
2002–2015 (EnEV)0,28Ziegel mit 14 cm Dämmung
2016–2020 (EnEV verschärft)0,2416 cm Dämmung
ab 2021 (GEG)0,2418 cm Dämmung Standard
KfW 55 / Niedrigenergie0,2020 cm Dämmung
Passivhaus0,1528 cm Dämmung

Dach-U-Werte nach Baualter

BaujahrU-Wert Dach (W/m²·K)
bis 19182,1 (ungedämmter Sparren)
1919–19482,1
1949–19681,4
1969–19770,8
1978–19830,6
1984–19940,4
1995–20010,3
2002–20150,20
ab 20160,20
Passivhaus0,15

Fenster-U-Werte nach Baujahr

Zeitraum / VerglasungU-Wert Fenster (W/m²·K)
bis 1968 (Einfachverglasung)5,0
1969–1977 (Doppelverglasung)2,8
1978–1994 (Isolierverglasung)2,8
1995–2001 (Wärmeschutzglas)1,9
2002–2015 (WSV EnEV)1,4
2016–2020 (3-fach-Verglasung)1,1
ab 2021 (GEG)1,1
Passivhaus (Ug < 0,7)0,8

Boden / Kellerdecke U-Werte

Baujahr / StandardU-Wert Boden (W/m²·K)
bis 19481,5
1949–19681,2
1969–19770,9
1978–19940,55
1995–20010,4
2002–20150,35
ab 20160,30
Passivhaus0,15
Wichtig: Bodenplatten zum Erdreich rechnen nach ISO 13370 nicht mit dem Bauteil-U-Wert, sondern mit einem äquivalenten U-Wert (U_equiv), der den Wärmewiderstand des Erdreichs mit einbezieht. Der ist bei gleichem Bauteil-U-Wert immer niedriger — Wärmefinder rechnet das automatisch aus dem charakteristischen Bodenplattenmaß B′.

Haustür-U-Werte

BaujahrU-Wert Haustür (W/m²·K)
bis 1968 (Vollholz)3,5
1969–1994 (isoliert)2,5–3,0
1995–20151,8–2,2
ab 20161,3–1,4
Passivhaus0,8

Wärmefinder-Baualter-Fallback

Diese Tabellen sind exakt der Datensatz, den Wärmefinder als automatischen Fallback nutzt, wenn im RoomEditor kein U-Wert eingetragen ist. Der Bericht kennzeichnet dann jedes „geschätzt aus Baujahr" mit einem eigenen Chip — und der Anwender kann jederzeit den exakten U-Wert nachtragen oder einen Schichtaufbau nach ISO 6946 hinterlegen.

Heizlast auch ohne U-Werte rechnen →

Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) wird oft gesucht als „U-Wert Wand", „U-Wert Fenster", „U-Wert Dach", „U-Wert Altbau", „U-Wert Bodenplatte", „U-Wert Haustür", „U-Wert Betondecke", „U-Wert Isolierverglasung". Fachlich synonym: Wärmedurchgangskoeffizient, k-Wert (alte Bezeichnung bis 2003), thermal transmittance (englisch).

Verwandte Kennzahlen: R-Wert (Wärmedurchgangswiderstand, R = 1/U), Ψ-Wert (Wärmebrücken-Faktor, für DIN-Anhang), g-Wert (Gesamt-Energiedurchlassgrad bei Fenstern), λ-Wert (Wärmeleitfähigkeit einzelner Schichten in W/(m·K)). Wärmefinder rechnet U-Werte nach ISO 6946 aus Schichtaufbau, wenn Bauteile eingegeben werden, oder greift auf den Baualter-Fallback zurück.

Häufige Fragen

Wie finde ich den U-Wert meiner Außenwand?

Drei Wege: 1) Schichtaufbau mit λ-Werten (ISO 6946) — genau. 2) Aus dem Baujahr und Dämmzustand die Tabelle unten nehmen — grob. 3) Bei Fenstern steht der U-Wert oft auf dem Rahmen-Aufkleber. Wärmefinder rechnet ISO 6946 automatisch aus Schichtaufbau — oder greift auf den Baualter-Fallback zurück.

Was ist ein guter U-Wert?

GEG-Neubau-Anforderungen 2026: Außenwand ≤ 0,24 W/(m²·K), Dach ≤ 0,20, Fenster ≤ 1,1, Bodenplatte ≤ 0,30. Passivhaus liegt bei etwa der Hälfte dieser Werte. Altbau vor 1978 hat oft U-Werte von 1,4–1,7 an der Außenwand.

Was ist der Unterschied zwischen U-Wert und k-Wert?

k-Wert war die alte Bezeichnung bis 2003, U-Wert ist die aktuelle nach DIN EN ISO 6946. Werte sind identisch, nur der Name hat sich geändert.

Reicht ein U-Wert für die Heizlastberechnung?

Nein. Für eine ordentliche raumweise Heizlast nach DIN EN 12831-1 werden pro Bauteil zusätzlich benötigt: Fläche, Grenzbedingung (außen / Erdreich / unbeheizt / Nachbarraum), Wärmebrücken-Kategorie und ggf. Nachbar-Temperatur. Wärmefinder erfragt das strukturiert im RoomEditor.

Muss ich meinen U-Wert wirklich kennen?

Nein — Wärmefinder greift auf einen automatischen Baualter-Fallback zurück, wenn kein U-Wert eingetragen ist. Der Bericht kennzeichnet dann klar „geschätzt aus Baujahr" und weicht typischerweise um ±20 % vom exakten Wert ab. Für die Grob-Rechnung reicht das, für den finalen BAFA-Nachweis sollte der U-Wert entweder aus dem Schichtaufbau oder aus einer Bauakte kommen.