🌡️ Wärmefinder

Norm-Außentemperatur nach PLZ — DIN/TS 12831-1 Beiblatt 1

Die Norm-Außentemperatur ist der Auslegungspunkt für jede Heizlastberechnung. Woher kommt sie, wie ist sie definiert, für welche PLZ gilt welcher Wert — und wie korrigiert man auf die Standorthöhe?

Norm-θe für meine PLZ →

Definition

Die Norm-Außentemperatur θe ist nach DIN EN 12831-1 die niedrigste Zwei-Tage-Mittel-Temperatur, die im statistischen 20-Jahres-Mittel an einem Standort auftritt. Sie ist bewusst nicht die absolute Rekordtiefsttemperatur, sondern ein Häufigkeitswert — die Rekorde treten so selten auf, dass sich die Auslegung darauf wirtschaftlich nicht lohnt.

Für Deutschland liegt θe je nach Standort zwischen etwa -6 °C (Küste, Rheingraben) und -20 °C (Alpenrand, Bayerischer Wald). Der Datensatz mit 519 Klimastationen steht im Beiblatt 1 zur DIN 4108-6 (Ausgabe 2008), das für die Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 die verbindliche Referenz bildet.

Beispiel-Werte großer Städte

StadtPLZ-BeispielNorm-θe (°C)Jahresmittel θe,m (°C)
Kiel24103-109,0
Hamburg20095-109,0
Osnabrück49076-109,3
Berlin10115-139,4
Köln50667-1010,3
Frankfurt/Main60311-1010,1
Würzburg97070-1110,1
Stuttgart70173-129,7
München80331-148,7
Freiburg79098-1010,7
Passau94032-158,5
Bad Reichenhall83435-187,5

Höhenkorrektur — ab wann relevant?

Die 519 Klimastationen liegen typisch auf 50–500 m ü. NN. Weicht dein Standort um mehr als 200 m nach oben ab, muss die Norm-Außentemperatur um etwa 0,7 K pro 100 m nach unten korrigiert werden.

Beispiel: Klimastation München (515 m ü. NN, θe = -14 °C). Neubau in Garmisch-Partenkirchen (708 m ü. NN, 193 m höher). Höhendifferenz unter 200 m → keine Korrektur, θe bleibt -14 °C.
Anderer Fall: Neubau auf der Zugspitze (2962 m ü. NN, +2447 m). Höhenkorrektur: -0,7 K × 2447/100 = -17,1 K → θe = -14 - 17,1 = -31,1 °C. Für Wärmepumpen-Auslegung dort ohnehin ein anderes Konzept.

Jahresmitteltemperatur θe,m

Neben der Norm-Außentemperatur steht im Beiblatt 1 auch die Jahresmitteltemperatur θe,m. Sie ist für erdberührte Bauteile die Bezugsgröße, weil das Erdreich thermisch träge auf die Jahresmittel-Temperatur einregelt, nicht auf die momentane Außenluft.

Die DIN/TS 12831-1 nutzt θe,m im Faktor f_g2 = (θ_int − θe,m) / (θ_int − θe) zur Umrechnung der Bodenplatten-Verluste. Wärmefinder integriert θe,m automatisch aus dem Beiblatt-Datensatz.

Wie Wärmefinder das automatisch macht

  1. PLZ eingeben — Wärmefinder mappt sie auf die nächstgelegene der 519 Klimastationen (typisch < 30 km Luftlinie).
  2. Norm-Außentemperatur θe und Jahresmitteltemperatur θe,m werden aus dem Beiblatt-Datensatz geladen.
  3. Optional: Standorthöhe + Referenzhöhe der Klimastation eintragen. Ab 200 m Differenz automatische Korrektur der θe.
  4. Der Bericht zeigt: „Norm-Außentemperatur -14 °C, Quelle: DIN/TS 12831-1 Beiblatt 1:2008, Station München-Riem, Höhenkorrektur inaktiv."
Marcels Audit-Regel (25.07.2026): „Jede Zahl trägt ihre Herkunft, und unbekannt wird nie stillschweigend zu geschätzt". Wärmefinder markiert eine nicht bestätigte Norm-Außentemperatur explizit als nicht auslegungstauglich — der Bericht sagt, was er NICHT enthält.
Norm-Außentemperatur für meine PLZ finden →

Weitere Bezeichnungen und Suchbegriffe

Die Norm-Außentemperatur wird auch gesucht als „Norm-Temperatur Deutschland", „Klimazone Heizung", „Auslegungstemperatur PLZ", „Heizungsauslegung Klimadaten", „Minimum-Temperatur DIN", „θe Tabelle Deutschland", „niedrigste Auslegungstemperatur", „Testreferenzjahr TRY" (letzteres ein anderer, aber verwandter Klimadatensatz vom DWD).

Verwandte Klimagrößen aus dem Beiblatt 1: Jahresmitteltemperatur θe,m, Heizgradtage (heating degree days), Klimadaten für den Wärmeschutznachweis, Klimazone nach DIN 4108-2. Für die JAZ-Rechnung nach Bin-Methode ist zusätzlich die Temperatur-Häufigkeits-Verteilung pro PLZ nötig — Wärmefinder liefert beide (BWP-Klimakarte + Beiblatt 1) integriert.

Häufige Fragen

Was ist die Norm-Außentemperatur?

Die Norm-Außentemperatur θe ist die niedrigste Zwei-Tage-Mittel-Temperatur, die statistisch im 20-Jahres-Mittel an einem Standort auftritt. Sie ist der Auslegungspunkt für die Heizlastberechnung — nicht die absolute Rekordtiefsttemperatur, sondern der belastbare Häufigkeitswert.

Wie finde ich die Norm-Außentemperatur meines Ortes?

Aus dem Beiblatt 1:2008 zur DIN 4108-6 / DIN/TS 12831-1, das für 519 deutsche Klimastationen die Norm-Außentemperatur ausweist. Jede PLZ ist einer nächstgelegenen Station zugeordnet. Wärmefinder integriert den Datensatz vollständig und mappt jede der 8.100 deutschen PLZ automatisch.

Ab wann muss ich Höhenkorrektur rechnen?

Ab 200 m Höhendifferenz zwischen Gebäudestandort und der Referenzhöhe der Klimastation. Faustregel: pro 100 m Höhenzuwachs sinkt die θe um etwa 0,7 K. Wärmefinder macht die Höhenkorrektur automatisch, wenn die Höhen eingetragen sind.

Was ist die Jahresmitteltemperatur θe,m?

Die Jahresmitteltemperatur ist Bezugsgröße für erdberührte Bauteile: der Wärmeverlust an das Erdreich hängt vom Jahresmittel ab, nicht von der momentanen Außenluft. Musterbeispiel Würzburg: θe = -11 °C, θe,m = 10,1 °C.

Wie oft tritt die Norm-Außentemperatur real auf?

Statistisch selten — an typischen Standorten wenige Tage im Jahr, oft nur alle 2–3 Jahre einmal für 48 Stunden. Sie dient als Auslegungs-Sicherheitspuffer, nicht als typischer Winterwert. Ein normal ausgelegter Kessel oder eine Wärmepumpe erreichen die Norm-Außentemperatur nur an den kältesten Tagen wirklich.